KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERATante Huber – ein Projekt des Mietshäuser Syndikats

Das Projekt “Tante Huber” ist ein großes Wohn- und Inklusionsprojekt von verschiedenen Initiativen und Privatpersonen.

Der Hintergrund:
Unter dem Dach der Huberstraße 14 bis 16 in Tübingen leben bereits seit einigen Jahren die Bewohner_innen der WG der Aidshilfe, des Vereins für eine soziale Psychiatrie (VSP) und es spielen dort Kinder des Tübinger Waldorfkindergartens.
Im Jahr 2012 wurde dann bekannt, dass der Eigentümer das ehemaligen Gebäude der französischen Alliierten mit rund 2000 qm Wohnfläche verkaufen wird. Den privaten Mietern wurde gekündigt. Daraufhin hat sich eine Projektgruppe zusammengetan und das sanierungsbedürftige Gebäude unter dem Dach der bundesweiten Initiative “Miethäuser Syndikat” für knapp zwei Millionen Euro Ende 2015 gekauft. Diese Projektgruppe (“Tante Huber GmbH”) besteht aus etwa 30 Einzelpersonen (WGs und Familien), der Aidshilfe, des VSP und des Waldorfkindergartens.
Die Sanierungsarbeiten sind im vollen Gange, im Juni wurde bereits Richtfest gefeiert. Der Einzug ist für Ende März 2017 geplant.

In dem Projekt geht es seitens der Aidshilfe vorrangig darum, für Menschen mit HIV in einem gemischten sozialen Umfeld bezahlbaren, städtischen Wohnraum zu schaffen. Besonders wichtig ist für uns in diesem Projekt, dass die bereits seit vielen Jahren bestehenden und gut funktionierenden Strukturen erhalten bleiben und dass darauf aufgebaut werden kann. Wir als Aidshilfe werden in dem Projekt weiterhin mit unserer WG mit vier Menschen mit HIV vertreten sein (die alle auch im Substitutionsprogramm sind) sowie zwei weitere Wohnungen mit jeweils zwei Personen beziehen können, so dass wir etwas 250 der insgesamt 2000 Quadratmeter in dem Gebäude belegen werden.

Die Schaffung von Wohnraum in einem gemischten sozialen Umfeld ist unserer Einschätzung nach eine zentrale Grundvoraussetzung für gelungene Integration. Das Wohnprojekt “Tante Huber” wird offensiv damit beworben (wir benötigen für die Umsetzung des Projekts eine hohe Summe an Direktkrediten, derzeit sind bereits gut eine Million Euro Direktkredite vorhanden), so dass dort Menschen mit unterschiedlichen Handicaps und Voraussetzungen unter einem Dach mit “Privatpersonen ohne besonderen Handicaps” und vielen Kindern leben können. Damit wollen wir nicht nur für unsere Bewohner_innen die bereits gut funktionierenden Strukturen erhalten, sondern weiteren Wohnraum schaffen und langfristig zudem gegen Ausgrenzung und Stigmatisierung von HIV-Positiven angehen. Die Bewohner_innen unserer Wohngruppe sind dort bereits sehr gut integriert und eingebunden. Wir sehen es als eine unserer zentralen Aufgaben an, diese Form des Miteinanderlebens zu stärken und auszubauen.

Weitere Informationen – auch zum Thema “Direktkredite” gibt es auf der Seite www.huberstrasse.de