PrEP bald als Kassenleistung

Unser Dachverband, die Deutsche Aids-Hilfe (DAH) in Berlin, hat sich lange für die Kostenübernahme eingesetzt und begrüßt nun die die Initiative des Ministers. Dazu erklärt Winfried Holz vom Vorstand der DAH in einer Pressemitteilung:

„Die neue Regelung ist ein Meilenstein für die HIV-Prävention in Deutschland. Die Kassenfinanzierung wird Menschen den Zugang zur HIV-Prophylaxe eröffnen und damit zahlreiche Infektionen verhindern. Sie ist der entscheidende Schritt, um das Potenzial dieser Maßnahme auszuschöpfen.“

Kostenübernahme schafft Zugang

Bisher müssen PrEP-Nutzer*innen die Kosten selber tragen. Die Medikamente schlagen dabei mit 50 bis 70 Euro zu Buche, hinzu kommen ärztliche Beratung und die erforderlichen Begleituntersuchungen. Menschen mit geringem Einkommen sind praktisch ausgeschlossen.

Schätzungsweise 5 000 Menschen lassen sich bisher die PrEP verschreiben – laut einer Studie der Universität Essen überwiegend Besserverdienende.

„Schutz vor HIV darf nie am Geldbeutel scheitern. Es ist dringend an der Zeit, diese Lücke in der HIV-Prävention zu schließen“, betont DAH-Vorstand Winfried Holz.

Aufgrund der Kosten beziehen zurzeit nicht wenige Menschen die Medikamente kostengünstig aus dem Ausland – teils ohne ärztliche Begleitung. Auch wegen der damit verbundenen Risiken will Spahn einen regulären Weg für alle eröffnen.

Immer mehr Länder ermöglichen PrEP

Die PrEP kann die Zahl der HIV-Infektionen in Deutschland nach einer Studie der Universität Rotterdam bis 2030 um rund 9 000 verringern.

Auch Erfahrungen aus Australien, den USA und England zeigen: Wo die PrEP zugänglich ist, gehen die HIV-Infektionen zurück. Dies spart langfristig Kosten für lebenslange HIV-Behandlungen. Immer mehr Länder schaffen Zugang zur PrEP, zuletzt die Niederlande.

„Die PrEP nützt sowohl den Menschen, die sie anwenden, als auch dem Gesundheitssystem“, betont DAH-Vorstand Winfried Holz. „Die neue Regelung ist fachlich geboten und dringend notwendig.“

Medizinische Begleitung ist wichtig

Bei der HIV-Prophylaxe PrEP nehmen HIV-negative Menschen mit besonders hohem HIV-Risiko vorsorglich ein HIV-Medikament mit zwei Wirkstoffen. Es schützt zuverlässig vor einer Ansteckung. Wichtig ist dabei eine fachlich versierte medizinische Begleitung, bei der unter anderem regelmäßige HIV-Tests und Untersuchungen auf Geschlechtskrankheiten durchgeführt werden.

Untersuchungen auf Geschlechtskrankheiten

Darüber hinaus wäre es sinnvoll, für Menschen mit erhöhtem Risiko regelmäßige Untersuchungen auf Geschlechtskrankheiten generell zu übernehmen, auch ohne PrEP und wenn keine Symptome vorliegen.

„So können Infektionen erkannt werden, die sonst unbehandelt und übertragbar bleiben. Das kommt allen zugute“, so Winfried Holz.

Weitere Informationen zum Thema PrEP auf der Webseite der Deutschen Aidshilfe.

 

Veranstaltungen 2018 im Überblick

  • 19. April, 20.15 Uhr: Pride – Kino Arsenal
  • 6. Mai, 11 Uhr und 13.30 Uhr: Brunch in der Aidshilfe, 120 beats per minute – Kino Arsenal
  • 9. Mai, 22 Uhr: LuSchT-Party – Schlachthaus
  • 14. Mai, 18 Uhr: Mitgliederversammlung der Aidshilfe Tübingen-Reutlingen e.V.
  • 16. Mai, 9.30 bis 16.30 Uhr: Naloxon rettet Leben, Workshop – Brahmssaal, Kino Museum
  • 17. Mai, 20 Uhr: Schwules Tübingen in der Nachkriegszeit – VHS Tübingen
  • 4. Juni, 20 Uhr: Garrad Conley: Boy Erased, D.A.I., Karlstraße 3, Tübingen, 20 Uhr
  • 8./9. Juni: Ract-Festival, Anlagensee
  • 11. Juni, 19 Uhr: Info- und Auftaktveranstaltung Buddy-Projekt – Aidshilfe Tübingen
  • 21. Juni, 20.15 Uhr: The Wizard of Oz – Kino Arsenal
  • 30. Juni, 14 Uhr: Straßenfest Herrenberger Straße
  • 21. Juli, 12 bis 15 Uhr: Sternplatz Tübingen, Drogengedenktag
  • 28. Juli, 14 Uhr: CSD-Parade in Stuttgart
  • 28. Juli, 13 bis 20 Uhr: Kaffee- und Kuchenstand bei den Kulturtagen der Wagenburg, Erlös für die Flüchtlingsarbeit der Aidshilfe
  • 23. September, 14 Uhr: Infogespräch zum Thema Patientenverfügung
  • 19. November, 19 Uhr: Lesung mit Henning Tümmers: Aids. Autopsie einer Bedrohung im geteilten Deutschland; Club Voltaire, Tübingen
  • 25. November: Große Benefiz-Gala im LTT
  • 1. Dezember: Internationaler Welt-Aids-Tag mit Infoständen und Gedenkveranstaltung
  • 2. Dezember: Gospelkonzert in der Reutlinger Marienkirche