Vernissage der Ausstellung am 1.9., 16 Uhr im Landratsamt

Vernissage der Ausstellung am 1.9., 16 Uhr im Landratsamt

Wir laden herzlich ein zu der Vernissage der partizipativen Ausstellung Rausch.Raum.Realitäten am Dienstag, 1.9. um 16 Uhr in der Glashalle im Landratsamt.

Was sehen Menschen, wenn sie ihre eigene Lebenswelt durch eine Kamera betrachten? Was wollen sie zeigen und welche Orte sind ihnen wichtig? Diesen Fragen geht die Ausstellung Rausch.Raum.Realitäten nach – und gibt dabei jenen eine Stimme, die im öffentlichen Diskurs selten gehört werden.  Acht (ehemals) drogenkonsumierende Menschen wurden mit Einwegkameras ausgestattet und fotografierten über zwei Monate hinweg ihren Alltag, ihr Umfeld und ihre Lebenswelt. Herausgekommen sind keine gestellten Bilder, keine fremde Perspektive – sondern authentische Einblicke in Lebenswirklichkeiten, die oft unsichtbar bleiben. Ergänzt werden die selbst aufgenommenen Fotografien durch professionelle Porträts, die die Fotografin Fany Fazii von den Teilnehmenden und von weiteren (ehemals) drogenkonsumierenden Klientinnen und Klienten der Aidshilfe angefertigt hat. Die Porträts begegnen den Menschen auf Augenhöhe, würdevoll, offen und unverfälscht. In dem Ausstellungsprojekt wird Fotografie als Werkzeug der Selbstermächtigung verstanden. Es geht um teilnehmen, gesehen werden, erzählen – dies verstanden als Akte, die über den künstlerischen Rahmen hinausgehen.

Die Ausstellung ist eine von verschiedenen Veranstaltungen der Aidshilfe Tübingen-Reutlingen im Jubiläumsjahr und stellt explizit die Klientinnen und Klienten in den Mittelpunkt, die im Verlauf der 40jährigen Geschichte der Aidshilfe eine wichtige Zielgruppe waren und sind: drogenkonsumierende oder ehemals drogenkonsumierende Menschen.

„Wir wollen zeigen, dass hinter jedem Lebensweg ein Mensch steht – mit einer Geschichte, einer Perspektive und einem Blick auf die Welt, der es verdient, wahrgenommen zu werden“, sagt Brigitte Ströbele, Geschäftsführerin der Aidshilfe Tübingen-Reutlingen.

Für das Fotoshooting mit Fany Fazii in der  Aidshilfe konnten sich die Teilnehmenden vor Ort von zwei Mitarbeiterinnen des Tübinger Friseurs Stilwerk noch auf Wunsch in Szene setzen lassen. Sowohl die Mitarbeiterinnen von Stilwerk als auch die Tübinger Fotografin haben dankenswerterweise auf ihr Honorar verzichtet. Ein Großteil der Kosten der Ausstellungsbilder hat die Firma Fotoprofi Tübingen übernommen. 

Die Ausstellung ist vom 2. bis zum 26. September 2026 zu sehen. Sie kann während der regulären Öffnungszeiten des Landratsamtes in der sogenannten Glashalle besucht werden.

Vernissage: Dienstag, 1. September 2026, 16:00 Uhr

Dauer: 2. – 26. September 2026

Ort: Landratsamt Tübingen, Wilhelm-Keil-Straße 50, 72072 Tübingen

Öffnungszeiten: Mo – Mi 7:30–16:00 Uhr / Do 7:30–17:30 Uhr / Fr 7:30–12:30 Uhr

Eintritt: Frei

Fotografie: Einwegkamera-Aufnahmen & Porträts von Fany Fazii

Warum sie uns hassen / Lesung am 14.9. im Club Voltaire

Warum sie uns hassen / Lesung am 14.9. im Club Voltaire

Gemeinsam mit der Frauen*gruppe Zumutung Reutlingen-Tübingen laden wir am Montag, 14. September um 19 Uhr im Tübinger Club Voltaire zu der Lesung mit Ruby Rebelde ein. Unsere Beratungsstelle PROUT für Menschen in der Sexarbeit begleitet die Veranstaltung mit ihrer Erfahrung in der Beratung und Unterstützung von Sexarbeiter*innen.

Warum ist Sexarbeit bis heute mit so starken gesellschaftlichen Vorurteilen verbunden? In „Warum sie uns hassen“ geht Ruby Rebelde den historischen, politischen und kulturellen Wurzeln der Stigmatisierung von Sexarbeit nach. Darin verbinden sich persönliche Erfahrungen mit historischer Recherche und gesellschaftskritischer Analyse zu einem ebenso kenntnisreichen wie eindringlichen Essay über Moral, Macht, Ausgrenzung und Sexarbeitsfeindlichkeit.

Dabei wird deutlich, dass Sexarbeitsfeindlichkeit auf gesellschaftlichen Ungleichwertigkeitsvorstellungen beruht und mit anderen Formen der Diskriminierung – etwa Queerfeindlichkeit – eng verwoben ist. Die Lesung lädt dazu ein, verbreitete Vorstellungen über Sexarbeit zu hinterfragen und über die politischen Folgen von Stigmatisierung, Moralpolitik und Repression ins Gespräch zu kommen.
Im Anschluss an die Lesung gibt es Gelegenheit zu Fragen, Austausch und Diskussion.

Eintritt frei. Ort: Club Voltaire, Haaggasse 26b